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Berlin, 03.07.2008: Wir schließen uns der Freude über die wiedererlangte Freiheit von 12 kolumbianischen und 3 US-amerikanischen Geiseln aus der z. T. jahrelangen Gefangenschaft der FARC-EP an, unter ihnen die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt.
Wir fordern die illegalen bewaffneten Gruppen, insbesondere die FARC-EP, auf, alle noch gefangengehaltenen Personen unverzüglich und ohne Bedingungen freizulassen.
Sowohl die kolumbianische Regierung als auch die illegalen bewaffneten Gruppen (FARC-EP und ELN) sollten jetzt diese Gelegenheit nutzen und in einen politischen Verhandlungsprozess über eine nicht-militärische Lösung des kolumbianischen Konflikts eintreten. Erste Schritte sollten die Einstellung der Feindseligkeiten und humanitäre Vereinbarungen sein. Damit die humanitäre Frage von keiner der Seiten ausgenutzt wird, um auf militärischem Gebiet Vorteile zu erlangen, muß es Garantien geben. Hier sollte die internationale Gemeinschaft eine Rolle übernehmen.
Damit ein politischer Verhandlungsprozess zu einem ernsthaften und nachhaltigen Friedensprozess werden kann, muß er die Zivilbevölkerung mit einbeziehen, die Rechte aller Opfer des Konflikts gewährleisten und die zugrundeliegenden Ursachen des Konflikts behandeln, wie die ernorme Schere zwischen arm und reich, die mangelnden Möglichkeiten an politischer Teilhabe und den extrem ungleichen Zugang zu Ressourcen. Hier ist der kolumbianische Staat in der Verantwortung.
Zum Beispiel weist der seit 2002 bestehende Verhandlungs- und Demobilisierungsprozess mit den paramilitärischen Gruppen der AUC in vielerlei Hinsicht noch erhebliche Mängel auf, da die paramilitärischen Strukturen nicht vollständig aufgelöst sind und ihr Einfluss in weiten Bereichen der Politik und Wirtschaft weiterhin besteht. Besonders besorgniserregend ist die in den letzten Monaten wieder gestiegene Zahl an Bedrohungen und Morden von Menschenrechtsverteidigern, Friedensaktivisten und Gewerkschaftern. Daher fordern wir eine umfassende, nachhaltige und friedliche Lösung des Konflikts in Kolumbien mit allen bewaffneten Gruppen.
Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e.V.
Brot für die Welt
Caritas International
kolko e.V. - Menschenrechte für Kolumbien
Nürnberger Menschenrechtszentrum
Pax Christi - Solidaritätsfonds Eine Welt
terre des hommes, Deutschland

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