Auswirkungen Corona-Krise in Bergbauregion Guajira / Spendenaktion

Die Guajira ist schlecht auf das Corona-Virus vorbereitet. Es gibt keine vorausschauende Planung der lokalen und regionalen Behörden, das Gesundheitssystem ist dem Problem in keiner Weise gewachsen. Es gibt auch Probleme mit der öffentlichen Ordnung, Raubüberfälle und Diebstähle. Die Bevölkerung muss die resolute Ausgangsperre befolgen, hat aber kein oder zu wenig Wasser, keine ausreichende Lebensmittelversorgung und keine adäquate Gesundheitsversorgung. Zudem sind die Massnahmen der Regierung nicht ethnisch angepasst. Im Zentrum der Debatte stehen auch Cerrejón und die Frage nach dem richtigen Umgang des Unternehmens mit…
vollständigen Artikel von Stephan Suhner von der ask! Schweiz lesen:

https://www.askonline.ch/themen/die-auswirkungen-der-corona-krise-auf-eine-verletzliche-region-wie-die-guajira

In Anbetracht der schwierigen sanitären und humanitären Situation in der vom Bergbau betroffenen Region gibt es eine Spendenaktion, die online hier zu finden ist:

https://www.gofundme.com/f/nothilfe-fur-wayuus-und-afros-in-der-guajira

Nothilfe für agrokolumbianische und Wayúu-Gemeinden in der Guajira

Sie wollen regelmässig Ihre Hände waschen, aber Sie haben keinen Zugang zu Wasser? Wayuu- und afrokolumbianische Gemeinschaften in der Guajira haben täglich dieses Problem und brauchen dringend unsere Hilfe!

Die Gemeinschaften die in der Nähe der Tagebau-Kohlemine El Cerrejón leben haben nur prekären Zugang zu Wasser, selbst Trinkwasser ist knapp. Die Mine hat viele Dorfgemeinschaften vertrieben und sie ihrer Wasserquellen beraubt. Manchmal liefern die Bürgermeister oder Cerrejón Wasser in Tankwagen, Tausende Familien müssen aber immer wieder Trinkwasser teuer einkaufen. Die Mehrheit der Anwohner der Mine lebt unter der Armutslinie, hat nur prekäre Einkommen und ist darauf angewiesen, täglich als Tagelöhner oder in informellen Geschäften das Brot zu verdienen. Die aufgrund der Covid 19 Ausbreitung durch die Regierung verhängte Ausgangssperre wird so für die Leute schnell zu einer existentiellen Notlage, zumal Hamsterkäufe zu explodierenden Preisen führten. Viele können es sich nicht leisten, aus ihren abgelegenen Dörfern genau dann in die Stadt zu fahren, wenn ihre Personalausweisnummer es ihnen gestatten würde, so wie die staatlichen Regelungen es vorsehen.

Als Netzwerk von Aktivisten und NGOs aus Europa und den USA haben wir beschlossen, aktiv zu werden und unsere Freunde in der Guajira, mit denen wir oft schon seit vielen Jahren zusammenzuarbeiten, zu unterstützen. Wir sammeln deshalb Geld, um  direkte Nothilfe zu leisten, das heisst den Bedürftigsten Wasser, Lebensmittel und Hygieneprodukte zur Verfügung zu stellen.

Vor Ort steht ein Team von fünf erfahrenen, anerkannten Führungspersonen bereit, um die Hilfe bedarfsgerecht zu verteilen. Jede der fünf Führungspersonen deckt einen Sektor mit mehreren Gemeinschaften ab und erstellt Listen aller Familien und was die Bedürfnisse sind. So können wir die Hilfe priorisieren.

In einem zweiten Schritt möchten wir den Gemeinschaften ermöglichen, selber Desinfektionsgels oder Atemmasken zu produzieren, in dem wir die Lieferung von reinem Alkohol, Glycerin und weitere Zutaten ermöglichen oder von medizinischem Stoff und Nähmaschinen.

Mit 25 Euros können wir Wasser und Nahrungsmittel für eine Familie für eine Woche kaufen.  Mit 6 Euro kann ein Liter Desinfektionsgel hergestellt werden.

Die Einnahmen werden zu 100% den Führungspersonen in der Guajira zur Verfügung gestellt, die sich ehrenamtlich um die Ermittlung des Bedarfs, Einkauf und Verteilung kümmern, so dass alle anderen in den Dörfern bleiben und sich so nicht dem Ansteckungsrisiko aussetzen müssen.

Normalerweise unterstützen wir die Gemeinden durch Informationsarbeit, doch in Anbetracht der schwierigen Situation wollen wir für begrenzte Zeit diese andere Art der Unterstützung leisten.
Spenden über:
https://www.gofundme.com/f/nothilfe-fur-wayuus-und-afros-in-der-guajira

Photo: ASK!