urgent action: HERNÁN HENRY DÍAZ

amnesty international

HERNÁN HENRY DÍAZ, Kleinbauernsprecher und Gewerkschafter

AMR 23/019/2012

Seit dem 18. April fehlt von Hernán Henry Díaz, Sprecher einer Kleinbauernvereinigung im Departamento Putumayo im Süden Kolumbiens, jede Spur. Er organisierte zu dieser Zeit einen Protestmarsch und könnte Opfer des Verschwindenlassens geworden sein.

Am 18. April wurde Hernán Henry Díaz, ein Sprecher der Versammlung sozialer Organisationen im Departamento Putumayo (Mesa de Organizaciones Sociales, Campesinas, Indígenas y Afrodescendientes del Departamento de Putumayo) und Mitglied des nationalen Gewerkschaftsverbands der Beschäftigten in der Landwirtschaft (Federación Nacional Sindical Unitaria Agropecuaria – FENSUAGRO) das letzte Mal gesehen. Als Sprecher einer Kleinbauernvereinigung koordinierte er die Teilnahme von 200 Delegierten aus dem im Departamento Putumayo gelegenen Valle del Guamuez an einem Protestmarsch in der Hauptstadt Bogotá, der am 21., 22. und 23. April stattfand. Am 18. April schrieb er in einer SMS an seine Freundin, dass er in Puerto Vega sei und bei ihr vorbeikommen würde. Seitdem fehlt jede Spur von ihm.

Vor einigen Monaten war Hernán Henry Díaz nach Bogotá gereist, um dort die Behörden auf die kritische humanitäre und menschenrechtliche Situation in Putumayo aufmerksam zu machen. Bei Gesprächen mit VertreterInnen der Regierung und Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft, wie Botschaftsangehörigen, brachte er konkrete Fälle von Menschenrechtsverletzungen zur Sprache. In der Vergangenheit wurden die OrganisatorInnen von Protestmärschen immer wieder zum Ziel von Einschüchterungen und Drohungen. Einige wurden Opfer des Verschwindenlassens oder sogar getötet. Die Tatsache, dass hochrangige Sicherheitskräfte erklärt haben, dass der Protestmarsch von der Guerilla unterwandert worden sei, verstärkt die Sorge um Hernán Henry Díaz.

EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Hernán Henry Díaz.
  • Ich fordere Sie auf, alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, um den Aufenthaltsort von Hernán Henry Díaz ausfindig zu machen und für seine Sicherheit zu sorgen. Führen Sie darüber hinaus eine vollständige und unabhängige Untersuchung des möglichen Verschwindenlassens von Hernán Henry Díaz durch. Veröffentlichen Sie anschließend die Ergebnisse der Untersuchung und bringen Sie, sofern der Vorwurf des Verschwindenlassens durch die Justizbehörden bestätigt wird, die Verantwortlichen vor Gericht.
  • Ich möchte Sie zudem daran erinnern, dass Kolumbien Vertragsstaat der UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen aus dem Jahr 1998 ist und Sie somit die Pflicht haben, MenschenrechtlerInnen zu schützen.

 

APPELLE AN

STAATSPRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8. No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631

GENERALSTAATSANWALT
Señor Eduardo Montealegre
Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B No. 52-01 (Ciudad Salitre)
Bloque C Piso 4
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Attorney General / Estimado Sr. Fiscal General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
Fax: (00 57) 1 570 2000, Durchwahl: 2023

KOPIEN AN
AUßENMINISTERIN
Sra. Ángela María Holguín
Ministerio de Relaciones Exteriores
Calle 10 No 5-51
Palacio de San Carlos
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister / Estimada Sra. Ministra / Sehr geehrte Frau Ministerin)
Fax: (00 57) 1 381 4742

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. Juni 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Im Laufe des bewaffneten innerstaatlichen Konfliktes in Kolumbien, der sich schon über vier Jahrzehnte hinzieht, haben Sicherheitskräfte und paramilitärische Gruppen Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften immer wieder als KollaborateurInnen oder UnterstützerInnen der Guerilla gebrandmarkt und ihre Mitglieder bedroht, verschleppt oder getötet. Auch Guerillagruppen haben MenschenrechtsverteidigerInnen und GewerkschafterInnen bedroht und getötet, weil sie diese verdächtigten, mit dem Feind zu kooperieren. Seit hochrangige Staats- und RegierungsvertreterInnen in den letzten Jahren eine Verbindung der Proteste mit der Guerilla unterstellen, sind die OrganisatorInnen von Protestmärschen, die eine stärkere Achtung der Menschenrechte fordern, immer wieder Opfer schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen geworden.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern for the safety of Hernán Henry Díaz.
  • Calling on the authorities to do everything necessary to establish the whereabouts of Hernán Henry Díaz, guarantee his safety and order a full and impartial investigation into his possible enforced disappearance, publish the results and if the enforced disappearance is confirmed by the judicial authorities, bring those responsible to justice.
  • Reminding them to fulfil their obligations regarding the situation of human rights defenders, as laid out in the 1998 UN Declaration on Human Rights Defenders.