ABGESAGT: Berlin, 26.03. Ohne Waffen gegen Paramilitärs, Guerilla, Armee und Drogenmafia: Indigene Gemeinden (CRIC) im Cauca setzen sich zur Wehr

Leider musste der Besuch der kolumbianischen Gäste aufgrund der COVID 19 – Situation abgesagt werden. Das bedauern wir sehr. Wir hoffen, dass die Reise und die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können. 

Der bewaffnete Konflikt hat das Department Cauca besonders stark getroffen. Die im CRIC (Consejo Regional Indígena del Cauca, regionaler Indigenenrat) zusammengeschlossenen Gemeinden könnten positive Auswirkungen Friedensabkommens dringend gebrauchen. Doch auch nach dessen Unterzeichnung mit der FARC-Guerilla Ende 2016 sind die Mitglieder des CRIC massiv Drohungen und Morden ausgesetzt. Die Morde an sozialen Führungspersonen sind in Kolumbien in den letzten Jahren massiv angestiegen. 108 Menschenrechtsverteidiger*innen wurden laut UN-Hochkommissariat für Menschenrechte 2019 in Kolumbien ermordet. 2016 waren es noch 61. Das Department Cauca ist in dieser Statistik trauriger Spitzenreiter.

Doch der Cauca ist auch die Wiege der indigenen Bewegung. Vor knapp 50 Jahren schlossen sich fünf Gemeinden zum CRIC zusammen. Heute vertritt der CRIC 126 Gemeinden aus 10 verschiedenen indigenen Gruppen, mit einer Bevölkerung von über 250.000 Personen. Tausende Hektar über Jahrhunderte geraubten Landes wurden zurückerobert und mit ihnen viel indigenes Selbstbewusstsein. Es gibt Gesundheitsposten, autonome Schulen und sogar ein eigenes Krankenhaus. All das wurde trotz der ständigen Übergriffe durch Paramilitärs, Großgrundbesitzer_innen, Guerilla-Gruppen und staatliche Sicherheitskräfte aufgebaut. Autonomieprozesse indigener Gemeinden sind allen Konfliktparteien ein Dorn im Auge. Diese lassen sich weder für den bewaffneten Kampf instrumentalisieren noch sind sie bereit, sich selbst und ihre Territorien für den Anbau von Monokulturen herzugeben – egal ob Zuckerrohr, Tannen, Eukalyptus, Koka oder Marihuana. Die „Guardia Indigena“ des CRIC wurde bei der Verleihung des deutsch-französischen Menschenrechtspreises Antonio Nariño 2019 mit einer besonderen Erwähnung gewürdigt.

 

Wie gelingt es den autonomen Gemeinden, sich zu behaupten? Darüber sprechen:

Jhoe Nilson Sauca, Regionalkoordinator des Menschenrechtsprogramms des CRIC. 

Noelia Campo, Mitglied des neunköpfigen Vorstandsrates des CRIC.

 

Zeit:               Leider entfällt die Veranstaltung wegen COVID 19.

Ort:                Brot für die Welt, Caroline-Michaelis-Str. 1, Raum O.K.07, 10115 Berlin

Die Veranstaltung entfällt. 

Falls kurzfristig Änderungen wegen Covid19 auftreten, informieren wir auf www.kolko.de / über facebook. 

Veranstalter: Brot für die Welt, kolko – Menschenrechte für Kolumbien, Kolumbiekampagne

Zur facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/2829565170611249/

Flyer: 200310 Ankündigung_VA_CRIC_final