Mit Büchern gegen Gewehrkugeln – Morde an Gewerkschaftern in Kolumbien weiter an der Tagesordnung

Berlin: 14. Juni 2012, 19:00 Uhr, GEW, Ahornstraße 5

Kolumbien ist ein gefährliches Land für Gewerkschafter. In keinem anderen Land der Erde werden so viele Gewerkschafter bedroht und ermordet wie in Kolumbien. Viele der Opfer sind Mitglieder der Lehrergewerkschaft FECODE, der größten Gewerkschaft im kolumbianischen Gewerkschaftsbund CUT.

Die Mörder kommen oft aus den staatlichen Sicherheitskräften oder paramilitärischen Organisationen. Doch auch die Guerillaorganisationen schrecken in dem seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg nicht davor zurück, unbequeme Gewerkschafter umzubringen, wenn diese ihnen im Weg stehen. Fast nie wird einer der Morde aufgeklärt und die Täter und ihre Hintermänner zur Verantwortung gezogen.

Trotz der fortgesetzten Verletzungen von Menschen- und Gewerkschaftsrechten in Kolumbien hat die Europäische Union ein Freihandelsabkommen mit dem lateinamerikanischen Land vereinbart, das im Herbst diesen Jahres vom Europäischen Parlament verabschiedet werden soll. Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen in Kolumbien, in Deutschland und in Europa sprechen sich gegen ein solches Abkommen aus, solange keine grundlegenden Verbesserungen der Menschen- und Gewerkschaftsrechte in Kolumbien erkennbar werden.

Unter dem Titel ‚Mit Büchern gegen Gewehrkugeln‘ laden wir ein zur
Buchvorstellung und Diskussion mit kolumbianischen Gewerkschaftern zu Problemen der Menschen- und Gewerkschaftsrechte mit besonderer Berücksichtigung des Freihandelsabkommens zwischen Kolumbien und der Europäischen Union

Referenten:
• Tarsicio Mora (Vorstandsmitglied des Gewerkschaftsbundes CUT)
• Miguel Enrique Morantes (Vorstandmitglied des Gewerkschaftsbundes CTC)
• Guillermo Correa (Vize-Direktor der nationalen Gewerkschaftsschule ENS)

Veranstalter:
• DGB Bildungswerk
• Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
• Forschungs- und Dokumentationszentrum Lateinamerika (FDCL)
• kolko – Menschenrechte für Kolumbien