Kohlebergbau Guajira: Wenn der Fluss rumort, führt er Steine mit sich

Über das Recht auf Wasser und auf eine saubere Umwelt in der Bergbauzone der Guajira

Die NGO Indepaz hat im Juni 2018 eine umfangreiche Studie über die Umweltbelastung des Tagebaus Cerrejón insbesondere auf das Wasser und Luft veröffentlicht. Dabei analysierte die NGO einerseits die Wasser- und Luftqualitätsmessungen die Cerrejón selbst erhebt, und arbeitete andrerseits  mit anerkannten Labors zusammen die über mehrere Jahre hinweg Wasserproben aus Fliessgewässern, aus Brunnen, sowie Proben von Flusssedimenten und Tieren (Blut, Gewebe) entnahmen und analysiert haben. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie werden hier auf Deutsch zusammengefasst.

Das Departement Guajira ist der grösste Kohleproduzent und Exporteur Kolumbiens. Dieser Bergbauboom hat jedoch nicht zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Mehrheit der Bevölkerung beigetragen. In der Guajira lebt 55,8% der Bevölkerung in Armut während 65% ihre Grundbedürfnisse, wie ausreichender Zugang zu Wasser, Nahrung, Bildung und Behausung nicht abdecken können. Im Departement Guajira, mit seinen langen Trockenzeiten, wurde der Kohleabbau im Tagebau zu einem weiteren Faktor, der das Recht auf Wasser, auf Nahrung, auf eine saubere Umwelt und auf Gesundheit verletzt. 2015 hat eine Wayuu-Delegation Cerrejón vor dem Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof angezeigt, weil zwischen 2007 und 2015 rund 4‘770 Wayuu-Kindern wegen Mangel an Wasser und Nahrung starben. Die Wayuu führten an, dass Cerrejón das Oberflächenwasser des Flusses Rancheria und sein Grundwasser für den Kohleabbau nutzt und die Gemeinschaften so ohne Wasser lässt. Cerrejón selber weist in seinen Umweltberichten für 2015 einen täglichen Wasserverbrauch von 45 Millionen Liter aus, während der Bevölkerung der Guajira im Schnitt 0,7 Liter pro Tag zur Verfügung stehen.

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http://www.askonline.ch/themen/wirtschaft-und-menschenrechte/bergbau-und-rohstoffkonzerne/el-cerrejon-und-xstrata/umweltstudie-indepaz/

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