Bonn 30.11.: FRAGILER FRIEDEN IN KOLUMBIEN, Internationale Konferenz.

Der 2016 hoffnungsvoll gestartete Friedensprozess in Kolumbien befindet sich in einer schwierigen Phase. Nicht nur, dass eine ganze Reihe der von der Regierung im Friedensvertrag zugesagten Verpflichtungen bislang (noch) nicht oder nur unzulänglich erfüllt wurden, sondern auch die Tatsache, dass in die von der FARC-Guerilla geräumten Gebiete andere bewaffnete Gruppen eingesickert sind, haben viele Hoffnungen des vergangenen Jahres in Frage gestellt. Gewaltvolle Landnahme und damit verbundene Vertreibungen gehen trotz des Friedensvertrages weiter. Mit über 300 ermordeten Menschenrechtsaktivist*innen seit Unterzeichnung des Friedensabkommens von 2016 ist Kolumbien gegenwärtig mit Abstand das Land mit den meisten Tötungsdelikten gegenüber Menschenrechtsvertreter*innen weltweit. Und auch die Tatsache, dass Ende August ein kleiner Teil von bereits demobilisierten FARC-Kombattanten wieder zu den Waffen gegriffen hat, kompliziert den Prozess sehr.

Andererseits sind aber auch – trotz aller Blockierungsversuche der Gegner des Friedensabkommens — bereits umfangreiche Aktivitäten des vereinbarten Prozesses angelaufen. Aber aus allen angelaufenen Projekten wird signalisiert, wie wichtig die internationale Beobachtung und Unterstützung ist, wenngleich noch nicht immer ganz klar ist, wie eine solche Unterstützung aussehen könnte.

Ziel der Veranstaltung ist es, über den gegenwärtigen Stand des Friedensprozesses in Kolumbien zu informieren und mit den Teilnehmer*innen darüber zu beraten, inwieweit und ggf. in welcher Form wir hier in Deutschland und insbesondere in Bonn einen Beitrag zu seinem Gelingen leisten können. Geplant sind Vorträge und zwei Werkstattgespräche über zwei Themenbereiche:

1.»Memoria Historica«: Der Kampf um die Wahrheit und seine Bedeutung für den Friedensprozess
2.Ungleiche Landverteilung und Umweltzerstörung: Was ändert der Friedensvertrag?

Referent*innen:

  • Alejandro Reyes Posada (Berater des kolumbianischen Landwirtschaftsministeriums): »Angestrebte Landreformen im Friedensabkommen und die Schwierigkeiten ihrer Umsetzung«
  • Gina Maria Chinchilla Salcedo (Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn): »Die Konstruktion des historischen Gedächtnisses nach dem Friedensvertrag«
  • Alejandro Mora Motta (Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn): »Rohstoffausbeutung, Umweltzerstörung und Frieden: Das Beispiel Kohle«.
    Die Konferenzsprache ist Deutsch. Die in spanischer Sprache vorgetragenen Referate werden simultan übersetzt. Um Anmeldung wird gebeten: colpaz@riseup.net

Die Konferenzsprache ist Deutsch. Die in spanischer Sprache vorgetragenen Referate werden simultan übersetzt.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung bitte unter: colpaz@riseup.net
Zeit: Samstag, den 30. November 2019, 09:30 – 17:00 Uhr
Ort: Migrapolis – Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, Bonn
Veranstalter: »Wissenskulturen e.V.« und Arbeitskreis »COLPAZ – Frieden
für Kolumbien« in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, Pax
Christi und dem Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn.

Nähere Informationen und Konferenzflyer unter:

www.wissenskulturen.de/wp_wissenskulturen/index.php/2019/10/03/konferenz_2019/

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