Das krumme Ding mit der Banane

Südwind / Misereor

Das krumme Ding mit der Banane. Soziale Auswirkungen des weltweiten Bananenhandels.
Mit ausführlichem Fallbeispiel zu Kolumbien

Neue Studie, April 2012

Siegburg/Aachen, 27. April 2012: Ausbeutung, Krankheiten und Umweltzerstörung: Der internationale Bananenhandel ist immer noch alles andere als ein sauberes Geschäft. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Das krumme Ding mit der Banane: Ausbeutung auf den Plantagen in Costa Rica und Kolumbien“, die heute vom katholischen Entwicklungshilfswerk MISEREOR und SÜDWIND in Bonn vorgestellt wurde.

Die Organisationen unterstützen daher die Forderung der europaweiten Kampagne Make Fruit Fair!- an die EU-Kommission, die Einkaufsmacht der Supermärkte zu regulieren, um die gravierenden Folgen ungleicher Machtverhältnisse in der globalen Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Supermärkte und multinationale Fruchtkonzerne spielen im Bananenhandel eine zentrale Rolle: Sie sind die mächtigsten Akteure in der globalen Wertschöpfungskette von tropischen Fru chten. Produktion und Handel werden durch ihre Vormachtstellung geprägt. Fu r PlantagenarbeiterInnen und Kleinbauern in Lateinamerika bedeutet dies, dass sich ihre Lebens- und Arbeitsverhältnisse weiter verschlechtern. „Das Zusammenspiel von Preiskampf im Einzel-handelsbereich, der Machtkonzentration im internationalen Großhandel und dem Überangebot auf den Weltmärkten fu hrt zu einer Verschlechterung der sozialen Lage der ArbeiterInnen auf den Plantagen“, erklärte Dr. Pedro Morazán, Experte fu r Weltwirtschaft bei SÜDWIND und Verfasser der Studie.

Die Herausgeber begru ßen, dass in Deutschland inzwischen mehr als zwei Prozent der Bananen aus dem fairen Handel stammen, geben sich damit aber nicht zufrieden. „Dass es bei 98 Prozent der in Deutschland verkauften Bananen keinerlei Garantie gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse gibt, ist ein unhaltbarer Zustand“, sagte Armin Paasch, Welthandelsexperte bei MISEREOR. „Die Einhaltung von grundlegenden Arbeits- und Menschenrechten darf nicht auf Freiwilligkeit beruhen, sondern muss durch staatliche Kontrolle sichergestellt werden.“ Die Regierungen und Gerichte vieler Produktionsländer wu rden dieser Verantwortung oft nicht gerecht. „In diesen Fällen muss auch die EU aktiv werden, indem sie die Importeure und Supermärkte zur Transparenz und Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette verpflichtet.“, forderte Paasch.

Die EU-Kommission kann zudem bessere Einkaufspraktiken der Supermärkte unterstu tzen, indem sie den zurzeit entwickelten Verhaltenskodex auch auf Nicht-EU/u berseeische und indirekte Zulieferer bezieht. Beschwerden gegenu ber den Behörden können so geäußert und durch einen Ombudsmann oder eine unabhängige Institution u berpru ft werden, so die Vorschläge der Make Fruit Fair Petition.

Die Kampagne „Make Fruit Fair!“ sammelt europaweit noch bis Ende Mai Unterschriften fu r diese Petition. Darin wird der Präsident der EU-Kommission Manuel Barroso, auch aufgefordert, eine Neugestaltung des Wettbewerbsrechtes zu initiieren. „Dies ist der einzig effektive Weg, um den negativen Folgen des unregulierten Wachstums der Supermarktmacht zu begegnen“, erklärte Bettina Burkert, Koordinatorin der Make Fruit Fair!-Kampagne. Die Petition finden Sie hier: http://www.makefruitfair.de/

Zur Studie (PDF Datei):