Kolumbianische Kommission stellt Bericht zu den Opfern des Konflikts vor

Ya Basta! – Es reicht!

Eine 2005 von der kolumbianischen Regierung eingesetzte historische Kommission hat am vergangenen 24. Juli ihren Bericht über die Folgen des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien vorgelegt. Von 1958 bis 2012 wurden laut dem Bericht 220.000 Menschen im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt getötet, 81.5% davon sind zivile Opfer.

Erstmals listet ein staatlicher Bericht die Gräueltaten während des langjährigen bewaffneten Konfliktes auf, für die Paramilitärs, Guerilla sowie staatliche Sicherheitskräfte verantwortlich gemacht werden. Der Bericht beruht überwiegend auf Aussagen von Angehörigen der Opfer und von Überlebenden. Er listet 5,7 Millionen Vertriebene, 25.077 Verschwundene und 27.023 Entführungen auf. Seit 1980 wurden 1.982 Massaker gezählt, bei denen 11.000 Menschen ermordet wurden. Insgesamt werden für die Tötungen zu einem Drittel die Paramilitärs als Täter genannt, zu 17% die Guerillagruppen. Erschreckend ist auch, dass für 10% die regulären staatlichen Sicherheitskräfte verantwortlich sind.

Der Bericht endet mit 28 Empfehlungen. An erster Stelle wird dem kolumbianischen Staatspräsidenten empfohlen, die Verantwortung des kolumbianischen Staates für Menschenrechtsverletzungen anzuerkennen und Opfer, Familienangehörige und Gemeinden um Verzeihung zu bitten.

Der Bericht kann ganz oder in einzelnen Kapiteln auf der Seite des Zentrums für „Memoria Historica“ heruntergeladen werden. Die Empfehlungen finden sich im sechsten Kapitel.

http://www.centrodememoriahistorica.gov.co/