Berlin, 24.11.: Kolumbien: Land ohne Frieden – Frieden ohne Land ?

Friedensverhandlungen in Kolumbien und die Landfrage

»Kaufen Sie Land. Es wird keines mehr gemacht.« Mark Twain.

Unternehmen und Staaten haben schon lange Land als strategische Ressource entdeckt. Zur Erzeugung von Nahrungsmitteln und Energieträgern wird immer mehr Fläche benötigt, um den wachsenden Bedarf zu decken. Während sich Investoren in großem Umfang Land aneignen, sind zugleich weltweit Millionen KleinbäuerInnen in ihrer Existenz bedroht.

In Kolumbien ist diese Dynamik eng mit dem seit Jahrzehnten andauernden bewaffneten Konflikt verbunden. Unter dem Deckmantel der bewaffneten Auseinandersetzungen wurden mehr als fünf Millionen Menschen vertrieben, zwischen 6,6 und 10 Millionen Hektar Land wurden geraubt. Die Landfrage steht im Zentrum des bewaffneten Konfliktes. Bei ihren 2012 begonnenen Friedensverhandlungen haben Regierung und FARC-Guerilla das Thema Land an erster Stelle ihrer Agenda von fünf zentralen Punkten aufgeführt. Von den ausgehandelten Ergebnissen ist bisher nur der grobe Rahmen öffentlich bekannt.

Während die Regierung unter Präsident Santos schon vor dem offiziellen Verhandlungsbeginn ein Gesetz zur Landrückgabe auf den Weg gebracht hat, droht die Politik zur Förderung des Bergbaus und von agro-industriellen Großprojekten nicht nur die effektive Landrückgabe an die Opfer von Vertreibung zu konterkarieren, sondern auch der Umsetzung der mit der FARC-Guerilla vereinbarten Punkte im Weg zu stehen.

Über den aktuellen Stand der Verhandlungen, der Landrückgabe und die Forderungen von KleinbäuerInnen, Vertriebenen und Opferverbänden sprechen wir mit unseren kolumbianischen Gästen, die sich intensiv mit Landfragen  und den Friedensverhandlungen beschäftigen.

Abilio Peña ist bei der ökumenischen Organisation Justicia y Paz tätig, die in verschiedenen Regionen Kolumbiens Vertriebene bei der Rückkehr auf ihr Land begleitet und durch Beratung, Bildung und juristischen Beistand unterstützt.

César Jerez vertritt die Kleinbauernorganisation des Cimitarra-Tals, ACVC, die sich für eine kleinbäuerliche Schutzzone einsetzt. Ebenso ist er Sprecher von ANZORC, des landesweiten Zusammenschlusses von Initiativen für kleinbäuerliche Schutzzonen (zonas de reserva campesina).

Juan Pablo Soler arbeitet bei CENSAT – Agua Viva (Friends of the Earth Kolumbien) zu Umwelt- und sozialen Konflikten, die aufgrund von Bergbauprojekten entstehen, sowie zur Rolle von Bergbau für Landgrabbing.

Moderation: Bernd Pickert, Redakteur die tageszeitung (TAZ)

Veranstalter: fdcl, kolko – Menschenrechte für Kolumbien e.V.

Sonntag, 24.11.2013, 17:00 Uhr

Grünen Salon in der Volksbühne

Weydinger Straße 14-16, 10178 Berlin
www.gruener-salon.de