Berlin 7.11: Wie gefährlich ist der Hidroituango-Staudamm? Podiumsgespräch

WIE GEFÄHRLICH IST DER HIDROITUANGO-STAUDAMM?
Menschenrechtsverletzungen am größten Wasserkraftprojekt Kolumbiens und die Mitverantwortung deutscher Unternehmen

 

 

© riosvivoscolombia.org

Frühjahr 2018: Am größten Staudamm-Projekt Kolumbiens, Hidroituango, staut sich der Fluss Cauca völlig unkontrolliert auf – noch bevor die Staumauer fertig gestellt ist. Überschwemmungen flussaufwärts und riesige Flutwellen flussabwärts treiben Tausende in die Flucht. 25.000 Menschen müssen zeitweise evakuiert werden, weil die Behörden wochenlang unsicher sind, ob die Staumauer halten wird. Die sterblichen Überreste hunderter Verschwundener werden unwiederbringlich unter den Wassermassen des Stausees begraben.

Am Bau von Hidroituango beteiligt sind neben der KfW IPEX-Bank mit Siemens, Kaeser, Münchner Rück und Hannover Rück auch mehrere deutsche Großunternehmen. Dabei wird das Wasserkraftprojekt in Antioquia bereits seit Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2010 immer wieder mit schweren Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in Verbindung gebracht. Hunderte Flussanwohner*innen, die ihre Lebensgrundlage und ihre Bleibe verloren haben, wurden nie entschädigt.

In der Ríos Vivos-Bewegung protestieren Betroffene seit Jahren gegen Hidroituango. Wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte, wurden acht Mitglieder von Ríos Vivos und deren Familienangehörige bereits ermordet, viele weitere erhalten Todesdrohungen und werden stigmatisiert.

Über die massiven Auswirkungen von Großprojekten wie dem Hidroituango-Staudamm auf Mensch und Umwelt und die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten, die deutsche Unternehmen einhalten müssen, wenn sie solche Projekte unterstützen, wollen wir sprechen mit:

Milena Flórez und Jenaro Graciano, Ríos Vivos. Beide sind als Flussanwohner*innen selbst von Hidroitungo betroffen und leben aufgrund von Drohungen derzeit im Exil.

Uwe Kekeritz, MdB, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages und Sprecher für Entwicklungspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen.

Dr. Klaus Schilder, Bischöfliches Hilfswerk Misereor, Referent für verantwortliches Wirtschaften.

Ort:  Haus der Demokratie und Menschenrechte (Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin)

Raum:  Robert-Havemann-Saal (Erdgeschoss, im Innenhof)

Zeit:  07. November 2019 (Donnerstag), 18.30 – 20.00 Uhr

Die Veranstaltung findet mit Simultanübersetzung ins Deutsche und Spanische statt. Der Eintritt ist frei.

Flyer:Podiumsgespräch Kolumbien_07.11.2019_Berlin_HdMR_Wie gefährlich ist der Hidroituango-Staudamm

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