Kolumbien: Mit Würde Widerstand leisten

Asociación Campesina del Valle del río Cimitarra

In der ersten Januarhälfte 2009 führte die Asociación Campesina del Valle del río Cimitarra (ACVC, Bauernvereinigung aus dem Tal des Cimitarra-Flusses) ihre Jahresversammlung zur allgemeinen Auswertung und Planung von Aktivitäten durch.

Seit 2005 sieht sich die ACVC mit einer politischen und gerichtlichen Verfolgung konfrontiert, die sechs von unseren Führern ins Gefängnis brachte. Die Kriminalisierung der ACVC ist das Ergebnis der Doktrin der Zusammenarbeit der Armee und der Politik der „demokratischen Sicherheit“ von Präsident Uribe.

Vier unserer Bauernführer wurden freigesprochen, da die Anklagen auf falschen Informationen des Geheimdienstes und bezahlten Informanten basierten. Dennoch bleiben unsere Kollegen Andrés Gil und Miguel González Huepa inhaftiert auf der Grundlage derselben Lügen und im Widerspruch zum bestandenen Prozeß.

Während die Bauernführer weiter verfolgt und eingesperrt wurden, ermordeten die Militärkommandos der Divisionen, Brigaden und Einheiten, wie die zu trauriger Berühmtheit gelangten Bataillone Calibío, Nueva Granada, Rafael Reyes, Palagua, Luciano D`luyer, Plan Especial Energético y Vial Nº7, Bomboná y Bárbula, wehrlose Bauern der Region, um sie vor den Medien als gefallene Guerilla-Kämpfer darzustellen.

Die ACVC ist eine soziale Bauernvereinigung, die in den letzten zwölf Jahren in der Region Magdalena Medio den Kampf um Land, die Verteidigung der Menschenrechte, um soziale Gerechtigkeit und die regionale Entwicklung gefördert hat.

Seit 1998 hat die ACVC in den Gemeinden von Cantagallo, Remedios, San Pablo und Yondó, die Nutzung der „Zona de Reserva Campesina“ (bäuerliche Schutzzone)[1] im Tal des Cimitarra-Flusses als ein Objekt der Agrarreform vorgeschlagen, die den Kampf gegen den Großgrundbesitz und die Interessen der Multis ermöglicht und den Landbesitz der Bauern garantiert.

Die „Zona de Reserva Campesina“ versucht, ein Modell der lokalen Entwicklung zu konstruieren – regional neuverteilend und gerecht, um die Landenteignung und die Zwangsvertreibung zu vermeiden. Diese politischen, ökonomischen und sozialen Forderungen haben eine wilde Verfolgung gegen die ACVC von seiten der Großgrundbesitzer, der Viehzüchter, der Militärs, der Rauschgifthändler und der politischen Mächte, die mit dem Paramilitarismus in Verbindung stehen, erzeugt. Dennoch hat der kolumbianische Staat fast die Gesamtheit der unterzeichneten Verträge nicht erfüllt, die durch die letzten drei Regierungen nach Bauernprotesten geschlossen wurden, die das Recht auf Leben und regionale Entwicklung forderten.

Trotz der Verfolgung, die die Ausrottung unserer Organisation zum Ziel hatte, fährt die ACVC nicht nur mit ihren Initiativen fort, sondern verdoppelt ihre politischen und organisatorischen Anstrengungen, um Magdalena Medio zu einer Region zu machen, in der die Menschenrechte verwirklicht sind und das Leben, die Koexistenz und der Frieden möglich sind. Wir bedanken uns für die bedingungslose Solidarität der unzähligen Organisationen, Personen und Institutionen in Kolumbien und in der Welt, die uns in diesen schwierigen Zeiten ihre Unterstützung angeboten haben.
Ihnen gilt unser Gruß und unsere Umarmung.

Zona de Reserva Campesina, Januar 2009

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1. Eines der wichtigsten Instrumente, welches das kolumbianische Gesetz vorsieht, um den Zugang zu Land zu garantieren und die Produktionsformen der Bauern zu schützen, ist die Schaffung von Zonas de Reserva Campesina (ZRC bäuerliche Schutzzonen). Für die Bauern sind diese ZRCs außerordentlich wichtig für den rechtlichen Schutz ihres Territoriums, für die Selbstbestimmung der Gemeinschaft über dasselbe, für den Schutz der bäuerlichen Wirtschaft, für die effektive Realisierung der Agrarreform sowie für den Wiederaufbau der nationalen Agrarwirtschaft.