Berlin taz Cafe: Rückkehr auf unser Land / Raúl Palacios aus Curvaradó

Berlin: Di., 25. Sept. 2012,  19.00h

Vertreibung für Monokulturen und Viehzucht  – Der gewaltlose Kampf afrokolumbianischer Gemeinden für die Rückkehr auf ihr Land

Raúl Palacios Salas, Gemeindevertreter aus Curbaradó, Kolumbien, und Mitglied einer Humanitären Zone, ist im September auf Besuchsreise durch Deutschland. Neben seinen Aufenthalten in Hamburg und Köln wird er auch in Berlin Station machen.

Die Ausbreitung riesiger Plantagen für Monokulturen führen zu massiven Vertreibungen der Bauern in Kolumbien. Raúl Palacios Salas berichtet über die bedrohliche Situation und die Bemühungen der Landbewohner, wieder auf ihr Land zurückkehren und es wieder selbst bebauen zu können.

Hintergrund:
Seit Jahren kämpfen die Gemeinschaften an den Flüssen Curbaradó und Jiguamiandó im Nordwesten von Kolumbien um die Rückgabe ihres Landes. Die Gemeinden waren zwischen 1996 und 1997 im Zuge der paramilitärischen Besetzung der Region gewaltsam vertrieben worden. Ihre Ländereien wurden daraufhin illegal für Palmöl- und Bananenanbau sowie für extensive Viehzucht besetzt. Seit 2001 beginnen einzelne Gemeinden auf ihr Land, für das sie einen kollektiven Besitztitel haben, zurück zu kehren und Humanitäre Zonen zu gründen, mit denen sie versuchen, sich vor dem andauernden bewaffneten Konflikt zu schützen. peace brigades international (pbi) begleitet und beobachtet den Prozess der Rückkehr der afrokolumbianischen Gemeinden auf ihre kollektiven Ländereien in Curbaradó und Jiguamiandó seit 2006.

Ein Urteil des kolumbianischen Verfassungsgerichtes vom Mai 2010 hat zwar die Rechte der Gemeinden gestärkt, doch je mehr sich die Landrückgabe nähert, um so mehr nehmen die Drohungen zu. Der Gemeindesprecher Manuel Ruiz und sein Sohn wurden im März 2012 ermordet. Auch Raúl Palacios Salas erhielt im vergangenen Jahr Drohungen, nachdem er an einem Treffen mit der kolumbianischen Regierung teilgenommen und die prekäre Situation in Curbaradó angezeigt hatte.

peace brigades internatinal begleitet die Gemeinden vor Ort indirekt über die Begleitung der MenschenrechtsverteidigerInnen der Ökumenischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (Comisión Intereclesial de Justicia y Paz – CIJP).

Ort: Taz-Café, Rudi-Dutschke Straße 23, 10969 Berlin
Eintritt frei
– um Spende für die pbi-Inlandsarbeit wird gebeten
Sprache: Spanisch mit deutscher Übersetzung
Moderation: Bernd Pickert