Wiesbaden, 30.10. amnesty international lädt ein: Vetreter der Friedensgemeinde San José de Apartadó

Wiesbaden, 30.10.2013 um 20.00 Uhr
30.10: amnesty international lädt ein: Vetreter der Friedensgemeinde San José de Apartadó.

Mittwoch, 30. Oktober 2013 um 20.00 Uhr
Restaurant Café de Colombia,
Emser Straße 44, 65195 Wiesbaden.

Eintritt frei

Seit ihrer Gründung im März 1997 ist die Friedensgemeinde San José de Apartadó im Departement Antioquia Opfer von vielfachen Menschenrechtsverletzungen durch armeeseitig unterstützte Paramilitärs, Mitglieder von bewaffneten Gruppen und Mitglieder von Guerillagruppen. Es kam im Laufe der Jahre zu mehr als 500 Menschenrechtsverletzungen wie Entführungen, Vergewaltigungen und Vertreibungen vom eigenen Land. Mindestens 185 Menschen bezahlten ihr Friedensengagement mit dem Leben.

Die im Jahr 2007 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnete Gemeinde duldet keine Waffen und keine Gewalt in ihrem Dorf, egal von welcher Seite. Die Mitglieder lehnen es ab, Waffen zu tragen und Informationen oder logistische Unterstützung an irgendeine der Konfliktparteien zu geben. Im Gegenzug verlangt die Gemeinde, dass die Konfliktparteien ihre Siedlungen nicht betreten und ihre Entscheidung zur Neutralität respektieren. Diese klare Absage an die Gewalt bleibt für die Menschen nicht ohne Folgen. Da bei den bewaffneten Gruppen der Grundsatz gilt »Wer nicht für mich ist, ist gegen mich«.

Aus der Gemeinde zu Gast sind:

Jesus Emilio Tuberquia Zapata ist eine der historischen Führungspersönlichkeiten der Gemeinde, Mitglied im Gemeinderat und legaler Vertreter der Gemeinde. Er wurde in der Vergangenheit immer wieder bedroht und war Mordanschlägen ausgesetzt.

Arley Antonio Tuberquia Usuga hat an einem Film mitgewirkt, in dem das Massaker in San José de Apartadó im Februar 2005, bei dem 8 Personen auf brutale Weise umgebracht wurden, dokumentiert wird. 

Die beiden Gäste werden über die derzeitigen Friedensverhandlungen in Havanna ebenso sprechen, wie über den Vormarsch des Paramilitarismus und des Drogenhandels sowie über das Thema Straflosigkeit. Es soll jedoch auch ein Einblick in das Alltagsleben in einer nicht alltäglichen Gemeinde gegeben werden.

Zur Einführung zeigen wir einen kurzen Dokumentarfilm von Ede Müller, ZabriskyFilm