VA Hamburg, 13.06.: Friedensverhandlungen und die Landfrage, Bericht von Padre Alberto Franco, „Justicia y Paz“

Hamburg, Donnerstag, den 13. Juni 2013, um 19h

autor: pbi

VA Hamburg, 13.06.: Friedensverhandlungen und die Landfrage,  Bericht von Padre Alberto Franco,  „Justicia y Paz“

mit Übersetzung.
im Kirchsaal der Ev. Kreuzkirche, Gemeinde Alt-Barmbek

Wohldorferstr. 30
U-3 Dehnheide
Eintritt frei-Spende erbeten

veranstaltet durch pbi-peace brigades international, e.V.

in Kooperation mit der Gemeinde Alt-Barmbek und dem Kulturzentrum Barmbek BASCH e.V.

Ende Mai haben die kolumbianische Regierung und die FARC Guerilla die erste Einigung ihrer aktuellen Friedensverhandlungen angekündigt – zum Thema der Landfrage!

Bei den schwierigen Verhandlungen in Havanna, Kuba, ist die Agrarfrage der erste Punkt einer Agenda von sechs Punkten. Für den Aufbau und die Stabilisierung von Frieden im Land spielt die Lösung der Landfrage eine zentrale Rolle. Dabei prallen die unterschiedlichen Interessen von Vertriebenen und KleinbäuerInnen einerseits und andererseits denen, die sich Land illegal angeeignet oder davon profitiert haben, massiv aufeinander. Auch die angestrebten Wirtschaftsmodelle für die Nutzung von Land stehen im Widerspruch zueinander.

Die Menschenrechtsorganisation „Justicia y Paz“ begleitet seit vielen Jahren Vertriebenen-Gemeinden im Nordwesten Kolumbiens, die für die Rückkehr auf ihr Land kämpfen. Sie unterstützt die Gemeinden nicht nur rechtlich und durch Begleitung bei der Forderung nach Landrückgabe, sondern auch in ihren Bemühungen um die Bestrafung der Verantwortlichen für die Vertreibungen und Morde. Mit der Verurteilung des Generals Rito Alejo del Río im Jahr 2012, der Übergabe von Landtiteln oder der Klage gegen illegal angelegte Ölpalmplantagen konnten die Gemeinden gemeinsam mit „Justicia y Paz“ wichtige Erfolge erzielen. Doch immer wieder führt jeder Fortschritt beim Kampf um Land und Gerechtigkeit auch zu neuen Drohungen, Morden, Diffamierungen und Kriminalisierungsversuchen gegen GemeindesprecherInnen und MitarbeiterInnen von „Justicia y Paz“. Im Februar wurde etwa auf das Fahrzeug des Geschäftsführers der Organisation, Padre Alberto Franco, geschossen. Er wurde in Bogotá immer wieder von zweifelhaften Gestalten verfolgt und im Internet wurden Hetz-Videos gegen ihn eingestellt. Von massiven Drohungen, Einschüchterungen und Übergriffen sind auch die von „Justicia y Paz“ begleiteten Vertriebenen-Gemeinden an den Flüssen Cacarica, Jiguamiandó und Curvaradó betroffen.
Padre Franco wird über den Stand der Verhandlungen zwischen Regierung und den FARC in Havanna berichten und das vielfältige Engagement für Frieden in der Zivilgesellschaft Kolumbiens vorstellen. Schwerpunkt seines Vortrags wird der Konflikt um den Besitz und die Nutzung von Land sein, die konkreten Erfahrungen, die „Justicia y Paz“ in ihrer Arbeit gemacht hat und die Herausforderungen, die sich in dieser Frage für den Friedensdialog und besonders auf dem Weg zur Umsetzung von Verhandlungsergebnissen ergeben.