Factsheet: Bergbau in Kolumbien – Entwicklung für wen?

„Die Lebensbedingungen der Menschen haben sich durch die Bergbauaktivitäten in der Region radikal verändert; es gibt keinen Zugang mehr zu den Ländereien für den Ackerbau, das Weiden und die Jagd. Der Fischfang (…) wird heute als Risiko gesehen, denn der Fluss führt durch die Gebiete der großen Bergbauunternehmen, die man für das Weiden der Tiere und für die Jagd nicht betreten darf.“

Die kolumbianische Regierung setzt in ihrem Entwicklungsplan auf den Bergbau als “Lokomotive des Fortschritts”. Der Bergbausektor gehört mit wichtigen Vorkommen an Gold, Nickel und Kohle zu den bedeutendsten und stark wachsenden Sektoren. Steinkohle ist heute zweitwichtigstes Exportgut nach Öl und vor Kaffee, weshalb ihr im Folgenden besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Deutschland ist auf Rohstoffimporte für Energiegewinnung und Industrie angewiesen. Die Bundesregierung hat 2010 eine Rohstoffstrategie verabschiedet, die einseitig auf die Versorgungssicherheit deutscher Unternehmen ausgerichtet ist. Das Bundeswirtschaftsministerium förderte im November 2013 eine Kolumbienreise für Zulieferer im Bergbausektor. Das 2013 ratifizierte Handelsabkommen der EU mit Peru und Kolumbien verbietet Ausfuhrzölle, auch auf Rohstoffexporte. Dadurch werden die Rohstoffpreise für die EU niedrig gehalten. Ausfuhrbeschränkungen können jedoch entwicklungspolitisch sinnvoll sein, z.B. um einheimische Verarbeitungsindustrie zu fördern.

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