Kolumbianische Steinkohle für Deutschland: Hoher Preis für Umwelt und lokale Bevölkerung. Factsheet.

Deutschland importierte 2016 19,4%[1] seines Steinkohle-Bedarfs aus Kolumbien. Neben Russland, den USA und Australien ist Kolumbien eines der wichtigsten Lieferländer. Doch in Kolumbien ist der Kohlebergbau eine Bedrohung für Mensch und Umwelt: Flüsse trocknen aus, Menschen erkranken durch Kohlestaub, Gemeinden werden zwangsumgesiedelt.

Kolumbien verfügt über ein großes Bergbaupotenzial. 2016 war das Land mit 90 Mio. Tonnen weltweit viertwichtigster Kohleexporteur.[2] Der Entwicklungsplan für Bergbau in Kolumbien aus dem Jahr 2006 sieht für den Sektor bis 2019 die Verdoppelung der Kohleexporte und die Vervierfachung der Exporte von Edelmetallen vor.[3]

Die Departments Cesar und La Guajira im Norden Kolumbiens sind die wichtigsten Kohleabbauregionen. Außerdem verfügen sie über hohe Biodiversität und sind bedeutend für das ökologische Gleichgewicht.[4] Die Steinkohle wird vor allem nach Europa verschifft.[5] Gefördert wird sie vor allem von den Unternehmen Drummond (USA), Glencore (Schweiz), Colombian Natural Resources (Murray Energy Corp, USA) und El Cerrejón (Gemeinschaftsunternehmen von Glencore, BHP Billiton und Angloamerican).

Obwohl Deutschland die Energiewende beschlossen und das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet hat, hat sich das Land 2016 zu einem der größten Steinkohleimporteure Europas entwickelt und deckt noch immer 14,1% seines Energiebedarfs mit Steinkohle.[6] Insbesondere die großen deutschen Energieunternehmen EnBW, E.ON, RWE, STEAG und Vattenfall verbrennen kolumbianische Kohle.

Armut und Gewalt in den betroffenen Regionen

In den Kohleregionen La Guajira und Cesar leben je 91% und 75% der ländlichen Bevölkerung in Armut oder extremer Armut. Trotzdem behaupten die Bergbauunternehmen, Bergbau bringe Wohlstand und Entwicklung.[7]

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